Kaufpreise stagnieren, Angebotsmieten steigen um 4,5 Prozent
Veröffentlicht am 25.10.2026
Hohe Finanzierungskosten drücken die Kaufpreise für Wohnimmobilien, während die Mieten weiter steigen. Das zeigt der Wohnindex des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW) für das dritte Quartal 2026, über den die Deutsche Presse-Agentur am 23. Oktober berichtete. Bundesweit stagnieren die Kaufpreise und liegen gut zehn Prozent unter dem Höchststand von 2022.
In den sieben größten Städten sanken die Preise für Eigentumswohnungen im Jahresvergleich um knapp ein Prozent, die für Häuser um 2,3 Prozent. Besonders deutlich fiel der Rückgang in Stuttgart (minus 3,9 Prozent), Berlin (minus 2,0 Prozent) und Köln (minus 1,3 Prozent) aus. Als Ursache nennt das IW die gestiegenen Zinsen: Laut dem Finanzierungsvermittler Interhyp kletterte der durchschnittliche Zins für zehnjährige Immobiliendarlehen auf rund 4,5 Prozent, den höchsten Stand seit der Finanzkrise 2009. Bei einem Darlehen von 300.000 Euro mit zwei Prozent Tilgung stieg die monatliche Rate seit Jahresbeginn von etwa 1.450 auf gut 1.600 Euro.
Die Angebotsmieten legten bundesweit um 4,5 Prozent zu, im Umland der Metropolen sogar um 5,2 Prozent. In den Metropolregionen selbst lag der Anstieg mit 3,8 Prozent unter dem Durchschnitt, mit Ausnahme von Hamburg mit fast sieben Prozent. IW-Ökonom Michael Voigtländer erklärt, die hohen Zinsen brächten Haushalte mit höherem Einkommen zurück in den Mietmarkt. Die Nachfrage steige, ohne dass mehr Wohnraum entstehe. Auch Investoren mit viel Eigenkapital hielten sich zurück.
Was heißt das für Eigentümer und Vermieter? Wer verkaufen möchte, muss in vielen Märkten mit längeren Vermarktungszeiten und gedämpften Preisvorstellungen der Käufer rechnen. Für Vermieter bleibt die Nachfrage hoch, wobei bei Neuvermietungen der rechtliche Rahmen, etwa die Mietpreisbremse, zu beachten ist. Mieter müssen sich vor allem im Umland der Großstädte auf weiter steigende Angebotsmieten einstellen. Die Studie bezieht sich auf bundesweite Daten; Aussagen für Lörrach und das Dreiländereck lassen sich daraus nicht unmittelbar ableiten.
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