Lörrach plant 120 Wohnheimplätze am DHBW-Campus – Bund befragt Wohnungseigentümer zur WEG-Reform
Veröffentlicht am 11.10.2026
Die Stadt Lörrach bringt ein neues Studierendenwohnheim am Campus Hangstraße der Dualen Hochschule Baden-Württemberg (DHBW) auf die Zielgerade. Wie die Stadt am 8. Oktober 2026 mitteilte, plant das Studierendenwerk Freiburg-Schwarzwald dort gemeinsam mit dem Land Baden-Württemberg, der DHBW Lörrach und der Stadt rund 120 Wohnheimplätze. Nach Abschluss der Öffentlichkeits- und Behördenbeteiligung steht nun der Satzungsbeschluss für den Bebauungsplan an. Der Baubeginn ist für das Frühjahr 2027 vorgesehen, der Bezug zum Wintersemester 2028/2029.
Geplant ist ein einzelnes Gebäude auf einem rund 4.070 Quadratmeter großen Grundstück des Landes mit drei bis fünf Vollgeschossen einschließlich eines Hanggeschosses. Das Flachdach soll begrünt und mit Solaranlagen ausgestattet werden, die Platanenallee entlang der Hangstraße bleibt erhalten. Plätze, die nicht mit Studierenden belegt werden können, sollen Auszubildenden angeboten werden. Die Stadt ordnet das Vorhaben als Baustein ihrer Wohnraumoffensive 2035 ein und verweist auf den angespannten Lörracher Wohnungsmarkt. In der öffentlichen Auslegung im Frühjahr gingen zwei Stellungnahmen aus der Öffentlichkeit und acht von Behörden ein. Sie führten zu einzelnen Ergänzungen, etwa zur Barrierefreiheit, aber zu keiner grundlegenden Änderung des Konzepts.
Bundesweit geben die Kaufpreise im Bestand nach. Der Europace Hauspreisindex für September 2026, über den Haufe am 9. Oktober berichtete, lag mit 221,77 Punkten 0,35 Prozent unter dem Vormonat und nur noch 0,84 Prozent über dem Vorjahr. Eigentumswohnungen (minus 0,53 Prozent) und bestehende Ein- und Zweifamilienhäuser (minus 0,12 Prozent) kosteten erstmals seit Monaten weniger als vor einem Jahr. Neue Ein- und Zweifamilienhäuser erreichten dagegen mit 245,80 Punkten den höchsten je gemessenen Wert, ein Plus von 2,92 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Europace-Vorstand Stefan Münter: „Neubau wird für viele Haushalte immer schwerer finanzierbar.“ Im Bestand gäben die Preise zwar leicht nach, eine echte Erschwinglichkeit entstehe daraus aber noch nicht.
Für Wohnungseigentümer gibt es zudem eine Gelegenheit zur Mitsprache: Das Bundesministerium der Justiz und für Verbraucherschutz hat gemeinsam mit dem Statistischen Bundesamt eine Online-Befragung zum Wohnungseigentumsgesetz gestartet. Sie bereitet die für 2027 geplante Evaluation der WEG-Reform vor, die seit dem 1. Dezember 2020 gilt. Gefragt wird unter anderem nach Erfahrungen mit Eigentümerversammlungen, hybriden und virtuellen Formaten, Beschlüssen im Umlaufverfahren und gerichtlichen Auseinandersetzungen. Pro Gemeinschaft soll der Fragebogen nur einmal ausgefüllt werden. Die Teilnahme ist bis zum 12. November 2026 möglich.
Was heißt das in der Praxis? Für Lörrach bedeutet das Wohnheim mittelfristig Entlastung in einem Segment, das sonst stark auf den freien Mietmarkt drückt: kleine, bezahlbare Wohnungen für Studierende und Auszubildende. Käufer im Bestand sehen bundesweit erstmals wieder leicht sinkende Preise, wobei die höheren Bauzinsen die Finanzierung weiterhin verteuern. Eigentümergemeinschaften sollten die Befragung nutzen: Wer Erfahrungen mit virtuellen Versammlungen oder Umlaufbeschlüssen gesammelt hat, kann so Einfluss auf die Weiterentwicklung des WEG nehmen.
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